GEVIP startete offiziell mit der Unterzeichnung des
Kooperationsvertrages durch die Projektpartner am 28. Februar 2004.
Die Laufzeit des Projektes beträgt 3,5 Jahre.
Ziel
Das Hauptziel von GEVIP ist die Erweiterung der
Produktpalette der regionalen Landwirtschaft sowie die Steigerung des
Absatzes regionaler Produkte durch grenzüberschreitende Synergien.
Betriebe aus Deutschland und den Niederlanden sollen durch diese
Synergieeffekte neue Impulse erhalten. Lebendiges Wissen über den
Anbau und die Verwendung historischer Arten und Sorten, sollen erworben
und grenzüberschreitend ausgetauscht werden.
Ein weiteres Ziel von GEVIP: Enge, praxisorientierte Kooperation im
EUREGIO-Gebiet (Weitere Informationen unter: www.euregio.de).
Förderhinweis:
Das
Projekt wurde finanziell unterstützt durch die
Europäische Union im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative
INTERREG-IIIA aus
Mitteln des Europäischen Strukturfonds für regionale
Entwicklung sowie durch
das Wirtschaftsministerium des Bundesländes Nordrhein-Westfalen
und die Provinz Overijssel.
Warum macht GEVIP Sinn?
Deutsche wie niederländische Landwirte und
Gärtner stehen bei der Weiterentwicklung ihrer Betriebe zunehmend
unter Druck. Viele Betriebe gehen den Weg der Kostenreduktion durch
Spezialisierung, Rationalisierung und betriebliches Wachstum. Einige
Betriebsleiter versuchen auch, über Direktvermarktung und/oder die
Umstellung der Bewirtschaftung auf umweltfreundlichere Verfahren
höhere Erzeugerpreise zu erzielen. Im Idealfall gelingt es, ein
oder mehrere innovative, höherpreisige Nischenprodukte zu
etablieren.
Im Zuge der stabilen, wenn nicht sogar leicht ansteigenden Nachfrage
der Verbraucher nach Produkten mit regionaler Herkunft und
Identität und besonderen Eigenschaften erscheint es durchaus
realistisch, für solche Produkte Märkte zu entwickeln. Dies
erfordert jedoch ein Höchstmaß an unternehmerischer
Risikobereitschaft, Ideenreichtum, Experimentierfreude und ein gewisses
finanzielles Polster, um Fehl- und Rückschläge verkraften zu
können. Diesbezügliche betriebliche Spielräume werden
allerdings immer geringer.
Hier bietet GEVIP Unterstützung an!
Eine Besonderheit in GEVIP: historische
Pflanzen und Tiere
Haben Sie schon einmal die Westerwälder
Hochzeitsbohne probiert oder Schinken vom Baldinger Tigerschwein? Auf
solche Geschmackserlebnisse müssen Sie verzichten, denn wie viele
alte Rassen und Sorten sind auch sie leider ausgestorben.
Einem Landwirt steht heutzutage in der Regel nur das im Handel
erhältliche Arten- und Sortenspektrum zur Verfügung. Was zum
Handel zugelassen wird, regelt das nationale und europäische
Saatgutverkehrsrecht.
Auch die intensiv betriebene Pflanzenzüchtung befasst sich in der
Regel nur mit den Haupt-Kulturarten. Dadurch wird eine Vielzahl
einander sehr ähnlicher, leistungsfähiger Sorten auf den
Markt gebracht. Das Arten- und Sortenangebot bietet jedoch viel mehr
als nur diesen kleinen Ausschnitt. Noch vor einem Jahrhundert
existierten in unseren Gärten und auf unseren Feldern
unzählige Arten und Sorten, die mittlerweile völlig in
Vergessenheit geraten sind. Viele davon sind leider unwiederbringlich
verloren gegangen. Genau wie das Wissen über den Anbau und die
Verwertungsmöglichkeiten. Dennoch konnten durch engagierte
Personen, Genbanken und Sammlungen einige Arten die Geschichte
überdauern. Diese traditionellen Arten und Sorten stellen ein
wertvolles genetisches und kulturgeschichtliches Erbe dar. Sie besitzen
vermutlich viele mittlerweile unbekannte Eigenschaften wie Robustheit,
Fruchtbarkeit und Resistenzen, die im heutigen wirtschaftlichen
Umfeld wieder eine wichtige Rolle spielen könnten.
Eine
weitere Besonderheit in GEVIP: Innovationen
Der Trend der
Regionalisierung von Tafel & Tisch hält an. Es entstehen
dadurch zudem auch Möglichkeiten für innovative Produkte, die
sich unterscheiden von der „großen Masse“. Auch Nahrungsmittel
für spezielle Kundengruppen, wie z.B. Allergiker, sollen im
Projekt entwickelt werden. Besonderer Wert wird gelegt auf kurze
Handels- und Wertschöpfungsketten.